Die Chance auf ein neues, wertvolles Stadtquartier
Das Bahnhofsareal Süd ist eines der bedeutendsten Zukunftsgebiete von Brugg/Windisch. Ab circa 2035 soll schrittweise in Etappen ein neues Stadtquartier entstehen mit neuen Arbeitsplätzen und dringend benötigtem Wohnraum. Dieser Zuwachs bringt neues Leben und Dynamik mitten ins Herz unseres Standorts. Das Areal bietet Chancen für eine moderne Stadtplanung mit verflochtenen Strukturen von Leben, Arbeiten, Natur- und Erholungsinseln. Mittels vorausschauender und ganzheitlicher Planung entsteht ein Stadtquartier, das nachhaltig funktioniert.

Bild: Entwicklungsgebiet Bahnhof Süd (Orange).
Das Areal Bahnhof Süd gehört mit dem Stadtraum zu den letzten grossen, bahnhofsnahen Entwicklungs- und Transformationsgebieten im Kanton Aargau. Es weist ein erhebliches Potenzial für die städtebauliche Weiterentwicklung auf und ist im kantonalen Richtplan als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung ausgewiesen. Durch eine qualitätsorientierte Entwicklung kann das Areal gestärkt werden und weit über die Region hinaus Ausstrahlung entfalten. Gleichzeitig eröffnet das Areal Möglichkeiten für neue Nutzungen in einem zentral gelegenen Umfeld (BAK-Studie, 2026).
Die Entwicklung ist auch vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums relevant: Im Jahr 2025 leben rund 23’300 Menschen in Brugg und Windisch. Bis 2050 wird im Bezirk Brugg ein Wachstum von rund 16 Prozent erwartet, wobei in den beiden Gemeinden rund 3’400 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner hinzukommen werden. Damit steigt auch der Bedarf an Wohnraum, den das Areal Bahnhof Süd teilweise aufnehmen kann (BAK-Studie, 2026).
Zentrale Ziele der Gebietsentwicklung «Bahnhof Süd» sind:
- einen attraktiven Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandort zu schaffen,
- den Bahnhof Brugg zu einer attraktiven Verkehrsdrehscheibe für Reisende des öffentlichen Verkehrs zu entwickeln,
- die Brugger und Windischer Quartiere über das Bahnhofsareal hinweg zu verbinden,
- eine Nutzungsvielfalt mit attraktiven, belebten öffentlichen Räumen rund um den Bahnhof zu ermöglichen,
- eine qualitätsvolle nachhaltige und gemeindeübergreifende Quartiersentwicklung zu realisieren,
- eine klimaneutrale Gebietsentwicklung gemäss Pariser Abkommen zu erreichen.
(BAK-Studie, 2026)
Auf dem Areal Bahnhof Süd soll ein vielfältig genutztes, lebendiges Quartier entstehen. Ziel ist eine schrittweise Entwicklung zu einem attraktiven Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandort mit überkantonaler Ausstrahlung. Das Areal, das zum Projekt Stadtraum gehört, soll sowohl Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung als auch Büro- und Forschungsflächen für Unternehmen bieten.
Der konkrete Nutzungsmix «Wohnen-Arbeiten» des Areals ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen. Geprüft wurde in der veröffentlichten BAK-Studie vom Jahr 2026 ein Mix aus Wohnen & Arbeit, wobei das Wohnen einmal 40 Prozent der Nutzung einnimmt und einmal 60 Prozent. Je nach Ausgestaltung und Baudichte wird das Areal Platz bieten für rund 1’100 bis 1’600 Einwohnerinnen und Einwohner. Dabei sollen unterschiedliche Wohnformen entstehen, die verschiedene Zielgruppen ansprechen, wie etwa urbanes Wohnen oder familienorientierte Angebote.
Neben Wohnnutzungen sind umfangreiche Flächen für gewerbliche und öffentliche Nutzungen vorgesehen. Der kantonale Richtplan sieht insbesondere arbeitsplatzintensive Nutzungen sowie publikumsorientierte Angebote vor. Dazu gehören insbesondere Büro- und Dienstleistungsflächen, Gesundheitsangebote, Forschung und Entwicklung, öffentliche Verwaltung sowie Bildungsangebote wie Schulen und Kitas. Ergänzt werden soll das Angebot durch Gastronomie, Detailhandel und weitere quartiersbezogene Nutzungen. Dank der Nähe zur Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und zum Paul Scherrer Institut (PSI) bietet das Areal zudem grosses Potenzial für Innovation, Digitalisierung und Industrie 4.0.
Insgesamt entsteht auf dem Areal Bahnhof Süd demnach ein vielfältiges Quartier, dass das Zentrum von Brugg/Windisch nachhaltig prägen wird.
Das Areal Bahnhof Süd bietet ein bedeutendes wirtschaftliches Potenzial für Brugg/Windisch und die gesamte Region. Die wichtigsten Chancen des Projektes «Bahnhof Süd» lassen sich wie folgt zusammenfassen (BAK-Studie, 2026):
- Potenzial des Areals bis zu 23 Prozent der heutigen Wirtschaftskraft (Stand 2025) von Brugg und Windisch
- Wertschöpfung von rund 428 bis 845 Millionen Franken je nach Nutzungsmix
- Zwischen rund 2’500 und 4’700 Arbeitsplätze im Endausbau
- 70 Prozent der volkswirtschaftlichen Effekte bleiben in der Region und stärken den Bezirk Brugg
- Steigerung der gesamten Wirtschaftsleistung im Bezirk Brugg um 8 bis 16 Prozent
- Investitionen von rund 757 Millionen Franken während der Bauphase
- Zusätzliche Wertschöpfung von rund 654 Millionen Franken bereits während der Bauzeit
- Stärkung regionaler Unternehmen, da ein grosser Teil der Aufträge im Kanton Aargau vergeben wird
- Zusätzliche Steuererträge von rund 10.4 bis 13.8 Millionen Franken jährlich für die Gemeinden im Bezirk Brugg
- Weitere Einnahmen für Kanton und Bund
Wie stark sich dieses Potenzial entfaltet, hängt insbesondere vom Nutzungsmix, der baulichen Dichte sowie den angesiedelten Branchen ab.
Schon heute an das Areal zu denken, braucht Weitsicht
2035 scheint weit weg. Die heutigen Kindergartenkinder werden dann volljährig sein und das attraktive neue Stadtquartier aktiv nutzen. Wir sollten darum dieser und kommenden Generationen alle möglichen Chancen zur Verfügung stellen für den Stadtraum. Diese Chancen ergeben sich, dank der proaktiven und professionellen Entwicklungsplanung der Grundeigentümerschaft von SBB Immobilien AG und Privaten sowie den Standortgemeinden und dem Kanton Aargau. Zu den Chancen gehören neben der prägnanten Wertschöpfung und zusätzlichen Steuererträgen (BAK-Studie, 2026) unter anderem eine sinnvolle Erschliessung des Areals, die zentral ist für ein funktionierendes Stadtquartier. Nebst dem Top-Bahnanschluss in direkter Nachbarschaft als Hauptverkehrsweg für Pendlerinnen und Pendler ist ein Anschluss über die Strasse von grosser Bedeutung, damit dieses grosse Quartier mitten in der Stadt funktioniert. Denn schon heute ist der Bahnhof Brugg stark ausgelastet und wird in der näheren Zukunft nicht weiter ausgebaut werden. Der MIV wird daher auch in Zukunft ein relevantes Verkehrsmittel bleiben für ein funktionierendes Stadtgebiet.
Vorteile des Areals Bahnhof Süd für Viele
Anschluss schafft Sicherheit
Laut Berechnungen des Kantons Aargau soll bis 2040 die Bevölkerung um 30% zunehmen und der Individualverkehr um rund 40% ansteigen (rGVK, 2019). Für das Zentrum Brugg/Windisch bedeutet das: Viele Fahrten von motorisiertem Individualverkehr (MIV) werden voraussichtlich unumgänglich bleiben. Eine sinnvolle Anbindung des MIV und Flächen für Parkplätze ist darum essentiell.
Das neue Stadtquartier im Stadtraum von Brugg/Windisch benötigt eine klar abgestufte und durchdachte Erschliessung, damit Wohnen, Arbeiten, Ausbildung und Gewerbe langfristig funktionieren. Unterschiedliche Verkehrsarten, vom Fuss- und Veloverkehr über den öffentlichen Verkehr bis hin zu Logistik, Lieferdiensten und Rettungsfahrzeugen, müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Nur wenn diese verschiedenen Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt werden, kann ein Quartier entstehen, das im Alltag sicher, effizient und lebenswert ist.
Die Quartierstrassen Reutenen- und Klosterzelgstrasse übernehmen nach aktueller Vision eine wichtige Rolle in der Erschliessung des Areals Bahnhof Süd. Die Strassen verbinden das neue Quartier mit dem bestehenden Verkehrsnetz und ermöglichen die Anbindung für verschiedene Nutzungen. Dazu gehören der Langsamverkehr und die öffentlichen Verkehrsmittel wie auch verschiedenste notwendige Dienstleistungen wie z.B. Paketdienste und Zubringer.
Damit eine adäquate Erschliessung über die Quartierstrassen erfüllt werden kann, werden punktuelle Anpassungen an den bestehenden Strassen notwendig sein, beispielsweise zur Verbesserung der Verkehrsführung oder zur sicheren Integration von Fuss- und Veloverkehr und motorisiertem Individualverkehr.
Auch eine Erschliessung über den Campus-Kreisel ist für das neue Quartier wichtig. Dieser Anschluss stärkt die lokale Vernetzung und schafft eine zusätzliche Verbindung zum Quartier. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass dieser Anschluss nicht übermässig belastet wird. Das Umfeld des Campus ist stark frequentiert durch viele Studierende und Fussgängerinnen und Fussgänger aus umliegenden Quartieren. Eine ausgewogene Verkehrsführung ist deshalb entscheidend, um Sicherheit und Aufenthaltsqualität langfristig zu gewährleisten.
Die primäre Erschliessung des Areals Bahnhof Süd erfolgt über das bestehende kommunale Strassennetz gemäss der aktuellen Vision. Sollte sich im weiteren Planungsprozess zeigen, dass diese Lösung nicht ausreichend oder nicht umsetzbar ist, ist eine Rückfallebene vom Kanton vorgesehen.
Der Kanton hält dafür die Option eines Anschlusses an die Zentrumsentlastung Brugg/Windisch (ZEL) bewusst offen. Die entsprechenden Flächen werden planerisch gesichert, sodass bei Bedarf eine zusätzliche Anbindung realisiert werden kann. Dieses Vorgehen ermöglicht es, flexibel auf zukünftige Entwicklungen zu reagieren und eine langfristig funktionierende Erschliessung sicherzustellen.
Ein geplanter Velo-Tunnel schafft eine direkte und sichere Verbindung für den Langsamverkehr. Dieser Anschluss verbessert die Erreichbarkeit innerhalb des Quartiers sowie zu umliegenden Gebieten, stärkt die Rolle des Velos im Alltagsverkehr und entlastet den motorisierten Individualverkehr (MIV) und öV.
Die Velovorzugsrouten ergänzt die Erschliessung des Areals Bahnhof Süd und sorgt für direkte, sichere Verbindungen für den Veloverkehr. Sie verknüpfen das Quartier effizient mit angrenzenden Regionen, sowie dem Bahnhof, Bildungsstandorten, Wohngebieten und Arbeitsplätzen. Ausserdem stärken sie damit den Langsamverkehr als attraktive Alternative im Alltag.
Das neue Stadtquartier ist auf funktionierende Verkehrsanschlüsse angewiesen für alle, die dort wohnen, arbeiten oder sich aufhalten. Gemeinsam bilden die Anschlüsse über Reutenen- und Klosterzelgstrasse, Campus-Kreisel, Velo-Tunnel und eingeplanter Rückfallebene über die Zentrumsentlastung (ZEL) ein abgestimmtes System. Damit kann das neue Stadtquartier Bahnhof Süd effizient, sicher und zukunftsfähig erschlossen werden.
Die nächsten Schritte (Bahnhof Süd)
Das Areal Bahnhof Süd, das zum Projekt Stadtraum gehört, wird bereits seit einiger Zeit geplant und diskutiert. Schon im Jahr 2019 wurden die entsprechenden Grundlagen dafür geklärt. Im Mai 2021 wurde klar, wie die Linienführung der Zentrumsentlastung verlaufen wird und damit auch, wie das Areal Bahnhof Süd davon betroffen ist. Um das zukunftsweisende und zentral gelegene Areal konkret zu planen, wurden in den Jahren 2024/2025 die Voraussetzungen dafür geschaffen mit der Testplanung. Während der durchgeführten Planung (informelles Planungsinstrument) wurden Lösungsansätze erarbeitet, wie sich das Gebiet in Zukunft entwickeln könnte. Weitere Meilensteine werden folgen.
Juni 2026
Veröffentlichung BAK-Studie «Volkswirtschaftliche Potenzialanalyse zum Stadtraum Brugg Windisch»
Juni 2026
Abstimmung Planungskredit «Stadtraum Bahnhof» Brugg/Windisch
anschliessend
Erarbeitung regionaler Sachplan
bis 2029
Regionaler Sachplan behördenverbindlich festgelegt
ab 2030
Teilrevision Bau- und Nutzungsordnung (BNO) Brugg/Windisch
ab 2035
Baubeginn Areal Bahnhof Süd











